MAG Seefahrtschule

MAG Seefahrtschule

Informationen zu
nautischen Befähigungen & Seemännischen Positionen
an Bord von Schiffen

 

Kapitän (weitere Info's zum Berechtigungsumfang von nautischen Patenten = Befähigungszeugnissen am Seitenende unten)

Das Wort Kapitän führt auf das lateinische caput - Haupt, und das davon abgeleitete Wort capitaneus - Anführer, zurück und hat in fast alle europäischen Sprachen Eingang gefunden, bezeichnet den Führer eines Schiffes. ( englisch master )

Insbesondere auf großen Schiffen hat er eine Vielzahl an Aufgaben und Verantwortlichkeiten, z.B. für das Schiff als solches, dessen Teilnahme am Verkehr und technische Prozesse, die Besatzung, die Arbeitsorganisation (Betriebsleiter), die Passagiere, die Sicherheit, die Ladung (z.B. Frachtführer) und die Navigation.
Seine nächsten Mitarbeiter sind der erste, zweite, dritte oder vierte Offizier, der Steuermann, der Rudergänger, der Navigator, der Bootsmann und Matrosen.

Er muss die erforderlichen Befähigungszeugnisse (Patente) zum Führen des Wasserfahrzeuges vorweisen.
Die Ausbildung erfolgt an Seefahrtsschulen, Fachhochschulen oder Universitäten. Kapitäne sind meist bei Reedereien angestellt.
In größeren Häfen arbeiten Hafenkapitäne.

In Sport und Freizeit und auf kleineren Kümos (Küstenmotorschiffe) spricht man von Skippern (Inhaber eines Sportbootführerscheins).
Teilweise wird dieser Begriff auch bei der Marine der USA verwendet.



Maschineningenieur / Leitender Ingenieur
(auch Chief Engineer, kurz: Chief genannt an Bord)

Der Chief ist nach dem Kapitän die zweitwichtigste Person im Schiffsbetrieb. Er ist verantwortlich für die Maschinenanlage und alle technischen Angelegenheiten an Bord.
 



Nautischer Offizier

Ein Nautischer Offizier (Abk. NO, auch: [Nautischer] Schiffsoffizier) ist ein leitender Seemann in der Handelsschifffahrt.

Je nach Schiffsgröße gibt es einen ersten, zweiten, dritten oder vierten NO.
Sie sind i.d.R. Wachoffiziere eines Handelsschiffes. Der erste NO ist unmittelbar dem Kapitän nachgeordnet.

Aufgaben

  • Navigationswachdienst auf der Brücke im Rahmen der Wache
  • Organisations-, Planungs- und Ausbildungsaufgaben an Bord
  • Personalchef für den Decks-, Küchen- und Bedienungsbereich
  • Instandhaltung des Schiffes
  • Be- und Entladung besonderer Güter, z. B. Laderaumaufteilung, Ladezeitplanung und Staufolge
  • Überwachung der Sicherheitseinrichtungen, wie Rettungsboote oder Feuerschutzvorrichtungen, Ausbildung der Rettungsbootmannschaften sowie des Schiffshospitals
  • Administration
  • als Erster Offizier Stellvertretung des Kapitäns


Steuermann

Auf Handelsschiffen steht der Steuermann zunächst unter dem Kapitän, beaufsichtigt das Steuern, die Takelung, das Ankergerät etc.
Er muss im Stande sein, alle Instrumente und die Seekarten richtig zu benutzen und das Schiff bei jedem Wetter zu manövrieren.
Im Notfall vertritt er den Kapitän.

Der Steuermann ist auf Kriegsschiffen der Deckoffizier, welcher unter Verantwortlichkeit des wachhabenden Offiziers die Navigierung des Schiffs leitet,
das Steuern beaufsichtigt, loggt und den Wachthabenden bei Beobachtungen unterstützt.
 


Rudergänger

Als Rudergänger wird derjenige Seemann bezeichnet, der nach den Weisungen des Steuermanns / nautischen Offiziers oder des Kapitäns
das Schiff mit dem Ruder steuert.

In der Marine wird der beste Rudergänger als Gefechtsrudergänger bezeichnet. Dieser Begriff hat sich auch in der Handelsschifffahrt eingespielt.
Dieser Rudergänger wird dann eingesetzt, wenn es auf sehr genaues Steuern ankommt, zum Beispiel im Revier oder bei Hafen- oder Ankermanövern.
 


Bootsmann

Der Bootsmann bezeichnet in Deutschland einen Soldaten im niedrigsten Feldwebeldienstgrad bei der Deutschen Marine.
In den anderen Teilstreitkräften heißt dieser Dienstgrad Feldwebel. Angehörige der Laufbahngruppe der Offiziere durchlaufen diesen Dienstgrad als Fähnrich zur See.

Soldaten in diesem Dienstgrad können innerhalb der durch die Vorgesetztenverordnung (VorgV) gesetzten Grenzen Mannschaften und Unteroffizieren ohne Portepee Befehle erteilen.

Bootsleute gibt es nicht nur bei der Deutschen Marine, sondern hat es seit langer Zeit auch bei der Handelsmarine gegeben, bis sie seit den 1980er Jahren durch
den neu geschaffenen Dienstgrad des Schiffsbetriebsmeisters (SBM) ersetzt wurden.

Ein großer Teil der früheren Bootsleute wurde dazu in einem speziellen Lehrgang zum SBM umgeschult. Die „alten“ Bootsleute wurden früher aus den Reihen bewährter Matrosen, von der jeweiligen Reederei, bei Bedarf einfach nur dazu ernannt. Vorzugsweise Seeleute, die aufgrund bestimmter Eigenschaften wie entschlossenem Auftreten (gegebenenfalls auch körperlichem Einsatz), gute Seemannschaft und umfassendem Durchblick für den Schiffsbetrieb das besondere Vertrauen der Schiffsleitung erworben hatten. Bootsleute fuhren vorwiegend auf Schiffen in der Großen Fahrt und waren als Unteroffiziere direkte Vorgesetzte der Decksbesatzung. Neben dem Bootsmann fuhren als weitere Unteroffiziere in der Großen Fahrt der Schiffszimmermann, der Lagerhalter, der Koch und der Erste Steward.


 
Maschinenpersonal
  • Ingenieur / Engineer: Er untersteht direkt dem leitenden Ingenieur
  • Elektriker
  • Schiffsmechaniker: mit Kombinationsausbildung für Vollmatrose und Motorenwart
  • Oiler, Wiper: Schmier und Reinigungskräfte sowie Assistenten für Wartungs-, Inspektions- und Instandhaltungsarbeiten

Deckspersonal / Deckshands

  • Bootsmann: Er untersteht direkt dem 1. nautischen Offizier und koordiniert die Arbeiten an Deck und im Laderaum.
  • Schiffsmechaniker: Als Vollmatrose und Motorenwart untersteht er u.a. dem Bootsmann.
  • Vollmatrose/Fachkraft/Rating/Able Bodied Seaman (Leichtmatrose mit einjähriger Fahrzeit), er muss steuern und rudern können.
  • Leichtmatrose/Ordinary Seaman (Matrosenlehrling vor der Prüfung)
  • Azubi/Moses/Cadet: Auszubildender oder Praktikant

Matrose (von mittelhochdeutsch mazgenoze, zusammengesetzt aus Mahl + Genosse; Schiffsjunge)
          ist ein Angehöriger einer Schiffsbesatzung des untersten Ranges.

  • In der Handelsmarine wurde bis 1982 ein Seemann nach Beendigung der dreijährigen Lehrzeit als Matrose bezeichnet.
    Die Ausbildung zum Matrosen wurde in Deutschland durch das Berufsbild des Schiffsmechanikers ersetzt.
    Noch gängige Bezeichnungen für Matrosen sind OS (ordinary seaman, Leichtmatrose) und AB (able seaman, Vollmatrose).
  • In der Deutschen Marine ist ein Matrose der unterste Mannschaftsdienstgrad. Aufgrund der verschiedenen Tätigkeitsbereiche in der Marine muss ein Matrose nicht notwendigerweise eine seemännische Ausbildung oder Verwendung haben. Die Abkürzung ist Matr. Die typische Uniform besteht u.a. aus einer weißen Bordmütze und einem weißen Matrosenhemd mit blauem Exerzierkragen.

weitere Seeleute

Der Begriff Purser stammt aus der Seefahrt und bedeutet Zahlmeister oder Proviantmeister.
 




Im Bereich der Seeschifffahrt gab es vor Einführung der STCW 95 folgende nautische Patente:
  • Für die Kleine Fahrt
    - Patent für den Nautischen Dienst auf Kauffahrteischiffen mit einer Bruttoraumzahl bis zu 500 in der nationalen Fahrt (einschl. Fahrgastschiffahrt);
    ehemals Wachoffizier auf kleiner Fahrt (AKW, A1)
    - Kapitän auf Kauffahrteischiffen mit einer Bruttoraumzahl bis zu 500 in der nationalen Fahrt (einschl. Fahrgastschiffahrt);
    ehemals Kapitän auf kleiner Fahrt (AK, A2)
  • Für die Mittlere Fahrt gibt es keine Ausbildung mehr, die alten Patente
    - Wachoffizier auf Mittlerer Fahrt (AMW, A3), und
    - Kapitän auf Mittlerer Fahrt (AM, A4)

wurden ersetzt durch die Patente

  • Für die Große Fahrt
    - Patent für den Wachoffizier auf Kauffahrteischiffen aller Größen, aller Fahrtgebiete; ehem. Wachoffizier auf Großer Fahrt (AGW, A5)
    - Patent für den Ersten Offizier auf Kauffahrteischiffen aller Größen, aller Fahrtgebiete
    - Patent für den Kapitän auf Kauffahrteischiffen aller Größen, aller Fahrtgebiete; ehem. Kapitän auf Großer Fahrt (AG, A6)

Die Befähigung im technischen Betrieb richtet sich nicht nach Fahrtgebiet und Raumgehalt des Schiffes, sondern nach der Antriebsleistung der Motoranlage, und wird über folgende Patente nachgewiesen:

  • - Schiffsmaschinist an Maschinenanlagen mit einer Leistung bis 750 kW auf Fracht- und Fahrgastschiffen
    - Technischer Wachoffizier für den technischen Dienst auf Schiffen jeder Antriebsleistung (ehem. CIW)
    - Zweiter technischer Wachoffizier für den technischen Dienst auf Schiffen jeder Antriebsleistung
    - Leiter der Maschinenanlage auf Schiffen jeder Antriebsleistung (ehem. CI)


 

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Auszugsweise oder komplette Definitionen entnommen aus:
IMO, International Maritime Organisation
BSH Bundesamt für Seefahrt und Hydrografie
Wikipedia, die freien Enzyklopädie