MAG Seefahrtschule online Kurs: Technik: Unterwasserschiff Rumpfformen und Rumpfgeschwindigkeit aufgrund von Bauarten von Booten und Yachten: Gleiter und Verdränger

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Unterwasserschiff

Rumpfformen > Bauarten: Gleiter - Verdränger


Unterwasserschiff
- der Teil des Schiffsrumpfes, der unterhalb der Konstruktionswasserlinie liegt

Unter einem Verdränger versteht man ein Boot welches sich zu jeder Zeit mit dem kompletten Unterwasserschiff im Wasser befindet und dieses verdrängt.
Ein Fahrzeug, das als Verdränger konstruiert und gebaut wurde, kann auch durch eine beliebige Erhöhung der Antriebsleistung nicht zum (Voll-) Gleiter werden  *)

Unter einem (Voll-)
Gleiter versteht man ein Boot, welches sich mit zunehmender Geschwindigkeit aus dem Wasser hebet und anfängt darauf zu gleiten.
Das ist allerdings nur bei einer bestimmten Rumpfform möglich und erfordert eine der Bootsgröße und vor allem dem Bootsgewicht angemessen starke Antriebsleistung.
Es gibt tief gezogene V-Rümpfe mit Wasserabrisskanten und Boote mit flachen Rumpf, diese gehen sehr leicht in Gleitfahrt über.

Zudem gibt es noch Halbgleiter, die sich in Konstruktion und Betrieb zwischen den Verdrängern und (Voll-) Gleitern befinden.


*)
ACHTUNG: beim Abschleppen eines Verdrängers durch einen Gleiter oder einen wesentlich längeren Verdränger ist die rechnerisch höchste Rumpfgeschwindigkeit des abgeschleppten Verdrängers zu beachten !!!
Bei Schiffen mit normalem Verdränger-Rumpf ist eine höhere als die Rumpfgeschwindigkeit selbst dann aus eigener Kraft nicht möglich, wenn die an Bord zur Verfügung stehende Energie gegen unendlich ginge. Erst Kräfte von außen, beispielsweise Seegang, können es einem Verdränger ermöglichen, die eigene Rumpfgeschwindigkeit zu überschreiten. Ist der Rumpf für die dabei auftretenden Kräfte nicht ausgelegt, können ernsthafte Schäden an der Konstruktion entstehen.


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Detailinformationen und Formel sind nicht Prüfungsstoff:

Die Rumpfgeschwindigkeit ist ein theoretischer Wert für die bei Verdrängerfahrt mögliche Höchstgeschwindigkeit eines Schiffes.
Insbesondere ist sie nur von der Wasserlinienlänge des Schiffes abhängig und kann mathematisch ermittelt werden.

Formel ( ist nicht Prüfungsstoff )
Die Rumpfgeschwindigkeit  errechnet sich näherungsweise aus der Quadratwurzel der Wasserlinienlänge in Metern multipliziert mit dem Faktor 2,43
(Ergebnis in Knoten).

Rumpfgeschwindigkeit z.B.:

  • Boote  von   10 Metern etwa 7,7 Knoten,
  • Schiffe von 100 Metern etwa 24 Knoten,
  • Schiffe von 300 Metern etwa 42 Knoten.

Die Tatsache, dass die Rumpfgeschwindigkeit nur von der Wasserlinienlänge abhängt, ist der Grund, warum größere Schiffe – bei entsprechend starkem Antrieb durch Wind oder Motorleistung – in Verdrängerfahrt höhere Geschwindigkeiten erreichen können als kleinere Schiffe.

 

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